Kreisau 2019 - was feiern wir?

Das Jahr 2019 wird für uns in Kreisau eine besondere Zeit sein. Eine Zeit, in der wir zu unseren Stiftungsanfängen zurückkehren – zu wichtigen Ereignissen, vor allem aber zu den Menschen, die Kreisau entdeckten und den Traum hatten, hier eine internationale Begegnungsstätte aufzubauen. Wir möchten Sie dazu einladen, uns bei dieser Zeitreise zu begleiten. Zugleich möchten wir Sie aber auch zu folgender Reflexion anregen: Was hat sich in den dreißig Jahren verändert? Inwiefern haben wir die uns gegebene Chance genutzt? Vor welchen Herausforderungen stehen wir heute?

Respekt. Dialog. Verständigung.
30 Jahre Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung

 

In Erinnerung an unsere Wurzeln, an die Menschen, die unsere Organisation mit aufgebaut haben, und an die Ereignisse, die sie prägten, möchten wir das Jahr 2019 zum Anlass nehmen, eine vertiefte Reflexion darüber anzustellen, was wir aus der Vergangenheit lernen und wie wir eine auf Respekt, Dialog und Verständigung gründende Zukunft gestalten können. Eben diese drei Stichworte werden uns in dieser Zeit begleiten und dabei die Richtung unserer Aktivitäten vorgeben, zugleich aber auch darauf hinweisen, welche Werte schon immer für Kreisau wichtig waren.

2019 ist für uns – diejenigen, die sich für den deutsch-polnischen Dialog engagieren und die sich mit Kreisau verbunden fühlen –, ein besonderes Jahr. Es ist ein Jahr, das reich an Symbolen ist. Für die Stiftung Kreisau steht das Jahr 2019 vor allen Dingen für den 30. Jahrestag zweier Ereignisse, die zu Grundsteinen geworden sind – nicht nur für deren Gründung, sondern auch für die Werte, um die herum sie aufgebaut wurde.

Vor dreißig Jahren, in der Zeit vom 2. bis zum 4. Juni 1989, fand in Breslau eine internationale Konferenz unter dem Titel „Christ in der Gesellschaft“ statt, die von dem Breslauer Klub der Katholischen Intelligenz (KIK) veranstaltet wurde. Eben damals, am Vorabend der Juniwahlen in Polen, in einer Stimmung der Erwartung auf Veränderungen, die nicht nur Polen, sondern auch ganz Mitteleuropa erfassen sollten, wurde im Kreise der Teilnehmer die Entscheidung getroffen, Anstrengungen zur Gründung einer internationalen Begegnungsstätte in Kreisau zu unternehmen – einem Ort, der zu einem Raum für freien und offenen Dialog für junge Menschen, insbesondere aus Polen und Deutschland, werden sollte.

Am 4. Juni 1989 begaben sich die Mitglieder des Breslauer "Klubs der Katholischen Intelligenz" (KIK), gemeinsam mit den sie begleitenden Freunden aus den USA, den Niederlanden und den beiden deutschen Staaten, nach Kreisau. Dort beschlossen sie – vor den Ruinen des Schlosses der Familie von Moltke stehend –, ein europäisches Jugendbegegnungszentrum aufzubauen. So entstand die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, eine der interessantesten und lebendigsten zivilgesellschaftlichen Initiativen in Ostmitteleuropa. Ihre Geschichte kann eine Quelle der Inspiration und Hoffnung sein – in Zeiten der Krise des europäischen Projekts, der wachsenden Polarisierung unserer Gesellschaft und der Passivität der Bürger.

Die treibende Kraft von Vision und Entschlossenheit

Seit ihrer Entstehung führte die Stiftung Kreisau tausende mehrtägige Bildungsprojekte durch, an denen zigtausende junge Menschen aus nahezu allen europäischen Ländern, hauptsächlich aus Polen und Deutschland, teilnahmen. Alles begann dabei mit einer vollkommen utopischen Vision. Am 4. Juni 1989 war das Schloss in Kreisau im Begriff zu verfallen. Die Kommunisten hielten die Macht sowohl in Polen als auch in ganz Osteuropa immer noch in ihren Händen. In Polen waren noch, ähnlich wie in der DDR, zahlreiche Einheiten der Roten Armee stationiert. Wie konnte man unter diesen Umständen daran glauben, dass es – hier und jetzt – gelingen wird, eine europäische Begegnungsstätte aufzubauen? Und dennoch – es hat geklappt. Ausschlaggebend waren Vision und Entschlossenheit.

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