Kreisau samt dem ehemaligen Gut der Familie von Moltke unterschied sich im Jahr 1989 kaum von anderen niederschlesischen Dörfern. Die hier ansässige landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft („PGR“) nutzte sowohl die Felder rund um den Ort, wie auch die Wirtschaftsgebäude und -flächen des Gutes. Das Schloss wurde zwar in den unteren Geschossen von Familien bewohnt, befand sich aber in einem äußerst schlechten Zustand, ebenso wie die anderen Gebäude, die teils für die Haltung von Vieh genutzt wurden.

Kreisau war als Ort des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus im sozialistischen Polen in Vergessenheit geraten, auch wenn sich einige Personen bemühten, ihn wieder in das Bewusstsein der Menschen zu rücken. Zu diesen Personen zählten natürlich Freya von Moltke, die Witwe des Widerständlers Helmuth James von Moltke, als auch der seit den 70er Jahren wissenschaftlich über den Kreisauer Kreis publizierende Breslauer Rechtsprofessor Karol Jonca sowie der Pfarrer von Kreisau, Bolesław Kałuża, der sich seit langem aktiv um die deutsch-polnische Aussöhnung bemühte. Bereits im Jahre 1985 wurde während eines dreitägigen Forums von Vertretern der Volksrepublik Polen und der Bundesrepublik (21.-24.11.1985) die Frage besprochen wurde, ob das Berghaus in Kreisau renoviert und als internationale Jugendbegegnungsstätte ausgebaut werden könnte.

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