Der Weg zur Versöhnung

Im Augenblick der Veröffentlichung dieser Seiten im Internet sind gerade 20 Jahre vergangen, seitdem das kleine Dorf Kreisau in Niederschlesien Schauplatz eines symbolischen Neuanfangs in den Beziehungen zwischen Polen und Deutschen wurde. Die Versöhnungsmesse am 12. November 1989, an der Tadeusz Mazowiecki als erster nichtkommunistischer Premierminister nach über 40 Jahren sowie Helmut Kohl, wenig später Kanzler eines vereinigten Deutschlands, teilnahmen, bedeutete neben einem Neubeginn auch eine Art Endpunkt im jahrzehntelangen Bemühen vieler gesellschaftlicher und politischer Akteure beider Seiten, nach der Katastrophe des 2. Weltkrieges und unter den ungünstigen Bedingungen des Kalten Krieges, eine Annäherung zu erreichen. In ihrem Bemühen um Verständigung und Vergebung seien dabei an erster Stelle die polnischen Bischöfe genannt, die im Jahre 1965 einen Brief an ihre deutschen Amtsbrüder schickten, in dem sie vergaben und um Vergebung baten – eine unerhörte Aussage für die damaligen Machthaber in Polen. Erinnert sei auch an die Geste Willy Brandts, dem Kniefall am Mahnmal des Ghettoaufstandes in Warschau 1970 sowie an den Warschauer Vertrag, der Polen seitens der Bundesrepublik erstmals seine Westgrenze garantierte. Nicht zuletzt die jahrelange Arbeit der „Aktion Sühnezeichen“ in vielen Ländern des damaligen Ostblockes sowie die Vielzahl an zwischenmenschlichen Kontakten trugen zu einer Besserung der Beziehungen zwischen Polen und Deutschen bei.

Diese Homepage erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch sondern möchte dem Leser die Geschichte der Kreisauer Versöhnungsmesse näher bringen und ihm einige der wichtigsten an ihr beteiligten Akteure vorstellen. Sie ist den Schülern und Lehrern gewidmet, die sich im Jahr des 20 jährigen Jubiläums der Versöhnungsmesse im Rahmen des Projektes „Schule in Kreisau“ (Szkola w Krzyżowej) intensiv mit den damaligen Ereignissen beschäftigen.

Die Spannung dieser historischen Erzählung liegt nicht nur in dem Ereignis der Messe und ihrer Bedeutung selbst, sondern gleichfalls in deren Einbettung in die wechselvollen (welt-) politischen Ereignisse jener wenigen Tage im Jahre 1989.

Für Kreisau bedeutete die Versöhnungsmesse einen Neuanfang hin zur Gründung der Stiftung „Kreisau“, die seit 20 Jahren erfolgreich im Bereich der internationalen Verständigung wirkt.

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