Ebenso wie in der DDR und der Sowjetunion erwies sich auch die Wirtschaft der Volksrepublik Polen als leistungs- und konkurrenzunfähig. Mit der „Solidarność“, die sich im Jahre 1980 gründet hatte, erweiterte sich die Protestbewegung in Polen auf das ganze Land und erhielt dabei von Papst Johannes Paul II. weit mehr als nur eine moralische Rückendeckung. Ihre offizielle Anerkennung durch die polnischen Machthaber im selben Jahr zeigte einerseits, wie groß deren Angst vor weiteren Unruhen war, andererseits aber auch, welche Erfolge eine organisierte und mitgliederstarke Opposition haben konnte. Die Strahlkraft, die die Solidarność auf die Menschen in anderen Ländern des Ostblocks und für die Entstehung der dortigen Oppositionsgruppen hatte, ist unbestritten. Die spezifischen Bedingungen, die Ende der 80er Jahre in Polen vorherrschten, wie eine starke Opposition oder die Rolle der Kirche, führten, verbunden mit der Entspannungspolitik der Supermächte, Ende des Jahres 1988 zu den ersten Gesprächen zwischen den kommunistischen Machthabern und der Solidarność seit Beginn der 80er Jahre. Nach weiteren Treffen am sog. „Runden Tisch“ folgten die ersten halb-freien Wahlen (4. Juni 1989), die mit dem überwältigenden Sieg der Opposition, den ersten nichtkommunistischen Ministerpräsidenten nach dem Weltkrieg – Tadeusz Mazowiecki – hervorbrachten.

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