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Das wichtigste Dokument, das den Besuch des Bundeskanzlers in Polen krönte, war die von den beiden Regierungschefs am 14.11.1989 in Warschau unterzeichnete „Gemeinsame Erklärung”.

Es wurde darin Bezug auf die historischen Ereignisse genommen, die im 20. Jahrhundert einem Zusammenwirken beider Völker im Wege standen. Mit der Klärung dieser Fragen wurde auch der Plan einer engen Zusammenarbeit in der Zukunft umrissen. So sollte sie alle Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens beider Länder umfassen. Der gute Wille beider Regierungen sowie der Wunsch, bisherige Einschränkungen aufzuheben, kündigten eine wesentliche Wende in den deutsch-polnischen Beziehungen an.
Der Vertrag vom 7. Dezember 1970 wurde dabei als ein festes Fundament für die Normalisierung beiderseitiger Beziehungen betrachtet.

Art. 52

Die polnische Seite erklärt ihre Bereitschaft, dass von Seiten der Bundesrepublik Deutschland eine nationale Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz eingerichtet wird; dass am Schloss/Berghaus Kreisau sowie am ehemaligen Hauptquartier bei Rastenburg Gedenktafeln an den deutschen Widerstand angebracht werden; und dass am Geburtshaus von Kurt Schumacher in Kulm eine Gedenktafel angebracht wird.

Weitere, nicht minder wichtige Bestimmungen konzentrierten sich auf gesonderte Abkommen über Jugendaustausch. Es wurde dabei auf die Bedeutung des Beitrags der jungen Generation zur Gestaltung „einer friedlichen Zukunft Europas” hingewiesen. Die Umsetzung der geplanten Ziele sollte durch – in einen Fond zur Finanzierung von Projekten gemeinsamen Interesses in Polen einzubringende – Mittel sichergestellt werden. Diese sollten aus rückständigen Kreditverpflichtungen von 1975 kommen und insbesondere für „den Jugendaustauch sowie die Errichtung von Jugendherbergen und -begegnungsstätten” sowie für „Restaurierung und Erhaltung von Kulturdenkmälern von europäischer historischer Bedeutung” aufgewendet werden.

Art. 78

Sie wissen sich bei der zukunftsgewandten Weiterentwicklung ihrer Beziehungen in Übereinstimmung mit dem tiefen und langgehegten Wunsch ihrer Völker, durch Verständigung und Versöhnung die Wunden der Vergangenheit zu heilen, das gegenseitige Vertrauen zu festigen und gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten.


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