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Interview. Angeklagt: schuldig – unschuldig? Kreisau, 09.-14.01.2012. PDF Drucken E-Mail
Den Ablauf von Gerichtsverfahren und Internationale Instrumente des Menschenrechtsschutzes kennenlernen - das waren die Kernziele während der neuesten Ausgabe der Gerichtssimulation im Rahmen des Projekts „MICC - Model International Criminal Court”. An dem Projekt nahmen 62 TeilnehmerInnen aus Polen, Deutschland, Ungarn, Portugal und der Türkei im Alter von 15-18 Jahren teil. Für ein paar Tagen verkörperten sie engagiert die Rollen von Angeklagten, Staatsanwälten oder Richtern. Laura Wiethaup, eine TeilnhmerIn aus Tecklenburg, und Adam Rudnicki, ein Trainer vom Press Team, teilen ihre Eindrücke vom Projekt mit Ihnen.

Warum nehmen Sie an dem Projekt teil?

Laura Wiethaup:

Es ist sehr wichtig, sich zu engagieren und dafür zu interessieren, was auf der Welt passiert ist und passiert. Während dieser Begegnung haben wir auch die einmalige Möglichkeit, viele Menschen aus verschiedenen Ländern und ihre Kultur kennen zu lernen. Gleichzeitig lernen wir auch, andere Meinungen zu akzeptieren und andere Leute zu tolerieren und das ist von großer Bedeutung für unsere Zukunft. Während des Planspiels lernen wir Diplomatie.

Was ist die Hauptidee des Projektes? 

Hier in Kreisau spielen wir im Planspiel internationale Gerichtsverfahren nach, die in der Vergangenheit einmal stattgefunden haben. Dadurch erhalten wir eine Vorstellung davon, wie die internationalen Gerichte arbeiten, vor allem im Bereich der Menschenrechte. Wir spielen die Rollen von Richtern, Angeklagten, Staatsanwälten und auch Journalisten. Wir arbeiten in Gruppen und jede Gruppe muss einen Fall bearbeiten. Wir beschäftigen uns z. B. mit dem Erdemovic-Fall, einem Bürger aus dem ehemaligen Jugoslawien oder mit dem Fall von Flick, dem deutschen Industriemagnaten. Wir haben wirklich sehr viele Möglichkeiten, unser Wissen zu erweitern und Erfahrungen sowie Meinungen zu diesen Themen auszutauschen.

Wie nehmen Sie das Projekt war?

Die Trainer sind sehr gut vorbereitet und sie engagieren sich sehr für uns, damit wir unsere Rolle richtig und auf höchstem Niveau spielen können. Das macht viel Spaß – jeder kommt zu Wort und kann während der Simulation sehr aktiv sein. Schon am ersten Abend, nachdem wir in Kreisau angekommen waren, ging es ganz schnell und wir unterhielten uns über unsere Länder und Erfahrungen zum Thema Menschenrechte. Manche von uns haben schon früher an dem Projekt oder anderen Projekten in Kreisau teilgenommen. Alle Wege führen nach Kreisau! Das ist ein wunderbarer Ort, an dem die Geschichte immer noch so lebendig ist. Es ist sehr interessant, was an diesem Ort entstanden ist, nämlich eine Internationale Jugendbegegnungstätte – und eben dank dieser Initiative können wir jetzt an solchen tollen Projekten teilnehmen.

  

Adam Rudnicki:

„Im Laufe des Projektes sprechen wir mit allen TeilnehmerInnen darüber, was in dem 'Gerichtssaal' geschieht, wie die Vorbereitungen für die Prozesse, die Prozesse selbst und die Urteile aussehen. Später erfassen wir das Ganze in einem extra gemachten Blog, in Filmen und in speziellen Zeitungen. Die TeilnehmerInnen des Projektes erzählen uns von ihren Eindrücken und Empfindungen – und die sind sehr positiv. Sie haben eine sehr gute Möglichlkeit, mit einer internationalen Umgebung in Kontakt zu kommen. Sie müssen zusammen arbeiten und sich an das schnelle Tempo anpassen. Hier ist echt was los, und zwar von morgens bis abends. Sie arbeiten sogar nachts, weil sie ihren Verpflichtungen nachkommen möchten, d. h. sie wollen sehr gut für ihre Rollen als Richter, Angeklagte und Verteidiger vorbereitet sein. Jede Rolle hat Vor-, und Nachteile. So müssen z.B. die Angeklagten sehr kreativ und fantasievoll sein. Die Richter müssen sehr verantwortungsvoll handeln. Die Rolle der Verteidiger ist allerdings auch nicht einfach. Wir merken, dass diesen Personen wohl sehr bewußt ist, dass sie Verbrecher verteidigen müssen. Bei diesem Rollenspiel können sie wirklich zeigen, was sie drauf haben. Juristisch betrachtet sind das sehr schwierig zu spielende Rollen aber unsere TeilnehmerInnen haben das super im Griff! MICC ist ein sehr spannendes Projekt. Die TeilnehmerInnen nehmen Ihre Rollen während des Planspiels wirklich sehr ernst”.

Organisation des Projektes: Kreisau Initiative e. V. Berlin, Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung mit finazieller Unterstützung durch die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", das EU-Programm "Jugend in Aktion" und die Stiftung "Avec et pour autres".
Betreuung des Projektes: Nina Lüders.











 
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für europäische verständigung
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tel: 74 85 00 300
fax: 74 85 00 305
 
 
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