| Eine wahre Sensation – wir können die Stimme von Helmuth Karl Bernhard von Moltke hören! |
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Diese besondere Begegnung mit den Stimmen aus der Vergangenheit verdankt sich dem Phonographen von Edison. “Das ist eine unglaubliche Nachricht!”, so Annemarie Franke, Vorstandsmitglied der Stiftung Kreisau für Europäische Verstätndigung. “Diese Aufnahmen sind von unschätzbarem, historischen Wert, auch unter technisch-wissenschaftlichem Gesichtspunkten, aber nicht nur: Von der Weltausstellung in Paris kam Herr Wangemann von der Firma Edison mit den Gerätschaften zur Aufnahme extra nach Kreisau, um die Stimme des Feldmarschalls aufzunehmen. Das zeigt uns, wie außerordentlich berühmt und bekannt Helmuth Karl Bernhard von Moltke war – und, was damit zusammenhängt, auch sein Schloss in Kreisau in Niederschlesien”. Die Tonaufnahmen, auf denen auch die Stimme von Otto von Bismarck zu hören sind, stammen aus den Jahren 1889 und 1890. Am 11. September 1957 wurde in Thomas Alva Edisons Bibliothek hinter seinem Bett eine hölzerne Kiste mit Phonographenwalzen gefunden. Im Jahr 2005 wurde die Kiste samt Inhalt erneut von Forschern untersucht und kategorisiert. Mit Hilfe von Stephan Puille, Laboringenieur und Ton-Archäologe, gelang es den Forschern, den Inhalt der Tonaufnahmen zu transkribieren und es besteht kein Zweifel: Die Inhalte auf dem Edisonschen Tonträger decken sich mit Berichten in der zeitgenössischen Presse. Worte von Graf von Moltke wurden auf vier Walzen aufgenommen. Die Aufnahmen machte Adelbert Theodor Edward Wangemann, der Asisstent von Edison, am 21. Oktober 1889 im Kreisauer Schloss. Die Forscher konnten bisher zwei Walzen finden, auf denen Graf von Moltke zu hören ist, wie er unter anderem aus Goethes „Faust” und Shakespeare zitiert. Auf anderen Walzen entdeckten die Forscher auch die Stimme von Otto von Bismarck, der auf seinem Gut in Friedrichsruh aufgenommen worden war. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass Bismarck Ausschnitte aus dem Lied "In Good Old Colony Times" und "Gaudeamus Igitur" sowie den Anfang des Poems "Als Kaiser Rotbart lobesam" und den Anfang der Marseillaise zitierte. „Der Generallfeldmarschall von Moltke selbst sah diese Situation voraus: Auf einer Walze bezieht er sich direkt auf die Erfindung des Phonographen durch Edison und wir hören ihn sagen: 'Diese neueste Erfindung des Herrn Edison ist in der Tat staunenswert. Der Phonograph ermöglicht, dass ein Mann, der schon lange im Grabe ruht, noch einmal seine Stimme erhebt und die Gegenwart begrüßt' (Quelle: www.cylinder.de)”, erklärt Annemarie Franke. „Auf dem Friedhof in Kreisau ist seine Grabkapelle erhalten geblieben, allerdings verschwand am Ende des 2. Weltkriegs auf ungeklärte Weise der Sarkophag mit seinen Gebeinen. Heute stellt sich heraus, dass seine Stimme erhalten geblieben ist. Graf Helmuth Karl Bernhard von Moltke spricht zu uns”. Auf der Internetseite der New York Times können Sie die Stimme von Helmuth Karl von Moltke vom 21. Oktober 1889 hören: Eine weitere Aufnahme, mit dem Zitat über den Phonographen und in besserer Qualität, auf der Seite The Cylinder Archive, http://www.cylinder.de/ |