Am 17. Juni 1991 unterzeichneten Deutschland und Polen den Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Er war das dritte Element eines Dreiklangs, der zum Fundament für eine neue Qualität der deutsch-polnischen Beziehungen wurde: Die Versöhnungsmesse in Kreisau eröffnete neue Möglichkeiten des Dialogs, der Grenzvertrag von 1990 regelte endgültig die territorialen Fragen, der Nachbarschaftsvertrag schuf beständige Grundlagen der politischen, wirtschaftlichen, sozialen, wissenschaftlichen und kulturellen Annäherung. Es war von zentraler Bedeutung, dass der Vertrag die bilateralen Beziehungen in einen europäischen Kontext einbettete – sowohl die polnischen Bestrebungen zur Integration in die Europäische Union als auch die Bedeutung der deutsch-polnischen Partnerschaft für die Entwicklung eines vereinten Europa wurden hier berücksichtigt.

Am 14. Juni hat die Online-Veranstaltung „Zeugen des Vertrags“ stattgefunden. Sie gehört zu der Veranstaltungsreihe „8 x Versöhnung“ anlässlich des 30. Jahrestags der deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags.

Johannes Bauch – ehemaliger deutscher Botschafter in Polen, und Prof. Jerzy Kranz – ehemaliger polnischer Botschafter in Deutschland, haben von den Schwierigkeiten der deutsch-polnischen Beziehungen Ende der 1980er Jahre, zu denen insbesondere die Kontroverse um die Oder-Neiße-Grenze gehörte, sowie von den mühsamen Verhandlungen um den Grenzvertrag von 1990 und den Nachbarschaftsvertrag von 1991 erzählt. Botschafter Bauch betonte, dass sich das deutsch-polnische Verhältnis – trotz der gegenwärtigen Spannungen auf der politischen Ebene – in den vergangenen 30 Jahren im erstaunlichen Ausmaß zum Guten gewandelt habe. Die beiden Gäste waren sich in der Einschätzung einig, dass die besagten Verträge nur deswegen zustande gekommen seien und bis heute eine beständige Grundlage für die deutsch-polnischen Beziehungen darstellten, weil an ihrer Entstehung Menschen von herausragenden diplomatischen Fähigkeiten und großer politischer Weitsicht arbeiteten. Politiker eines solchen Formats wünschte man sich auch für heutiges Europa – sagte Prof. Kranz.

Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau und der Konrad-Adenauer-Stiftung vorbereitet.

Am 9. Juni hat die Online-Veranstaltung „Kinder der Versöhnung“ stattgefunden. Damit wurde die Veranstaltungsreihe „8 x Versöhnung“ anlässlich des 30. Jahrestags der deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags eröffnet.

Im Mittelpunkt stand das Gespräch mit Elisabeth Seidler und Wojciech Mazowiecki. Ihre Väter, Manfred Seidler, der Sprecher der Polnischen Kommission des Bensberger Kreises, und Tadeusz Mazowiecki, der erste demokratische Ministerpräsident Polens, gehörten zu der Generation, die das Drama des Zweiten Weltkrieges erlebte und den Prozess der deutsch-polnischen Versöhnung einleitete.

„Zeugen des Vertrags“
Begegnung mit Botschafter a.D. Johannes Bauch und Prof. Jerzy Kranz
Moderation: Dr. Annemarie Franke

Datum: Montag, 14.06.2021, 18:00
Ort: Online – Zoom Webinar https://zoom.us/j/99899983949 (mit Simultanübersetzung ins Deutsche und Polnische)
sowie Live-Stream auf Facebook https://www.facebook.com/FundacjaKrzyzowa (Originalton ohne Übersetzung)

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau
und der Konrad-Adenauer-Stiftung

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